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Additive FertigungBasics1.2 Material Extrusion

1.2 Material Extrusion – FFF / FDM

Grundprinzip

Die Materialextrusion (engl. Material Extrusion, MEX) ist ein technisch vergleichsweise einfaches, zugleich jedoch eines der vielseitigsten additiven Fertigungsverfahren. Im dentalen Kontext wird sie meist als Fused Filament Fabrication (FFF) oder Fused Deposition Modeling (FDM) bezeichnet. Das Grundprinzip ist klar definiert: Ein thermoplastisches Material in Form eines auf Spulen gewickelten Filaments wird in einem beheizten Extruder knapp oberhalb seines Schmelzpunktes aufgeschmolzen und durch eine feine DĂŒse schichtweise auf das Druckbett aufgetragen (Ozen et al. 2021). Die Temperatur des Druckbettes liegt dabei deutlich unter der DĂŒsentemperatur, sodass das extrudierte Material unmittelbar erstarrt und so schrittweise der dreidimensionale Körper aufgebaut wird (LĂŒmkemann et al. 2023; Gmeiner et al. 2025; Mayinger et al. 2024).

Ein wesentlicher Vorteil der Materialextrusion gegenĂŒber der VAT-Polymerisation besteht darin, dass die gedruckten Objekte unmittelbar nach dem Druck verwendet werden können, da – zumindest bei polymerbasierten Werkstoffen – aufwendige Postprocessing-Schritte entfallen. Die hierbei eingesetzten polymerbasierten Filamente sind Thermoplaste, die wĂ€hrend des Druckprozesses keine toxischen DĂ€mpfe freisetzen und monomerfrei sind, was zu ihrer BiokompatibilitĂ€t beitrĂ€gt (Charasseangpaisarn et al. 2023).

Materialien und Systeme

Filamente bestehen aus schmelzfÀhigen Thermoplasten. Je nach Schmelztemperatur unterscheidet man zwischen:

Niedrigtemperatur-Filamente (bis 300 °C)

PLA, PET, PET-G, ABS, PMMA → FĂŒr Modelle, Alignerformen, Provisorien, Prothesenbasen, Teilprothesen, Hilfsteile

PLA ist ein amorphes Material mit einer GlasĂŒbergangstemperatur unter 60 °C und einem Schmelztemperaturbereich von 175–220 °C und wird hĂ€ufig als Modellfilament eingesetzt (LĂŒmkemann et al. 2023).

PETG weist eine GlasĂŒbergangstemperatur von 80–85 °C sowie einen Schmelztemperaturbereich von 200–255 °C auf (Ozen et al. 2021; LĂŒmkemann et al. 2023). Der Zusatz von Glykol trĂ€gt dazu bei, den amorphen Zustand des PET wĂ€hrend der AbkĂŒhlung nach dem Druck zu erhalten und eine Kristallisation zu verhindern (Petrov et al. 2021). Dieses Filamentmaterial wird bevorzugt fĂŒr Modelle, Provisorien, Teilprothesen und Totalprothesenbasen eingesetzt.

ABS ist ein sogenanntes Terpolymer, bestehend aus Acrylnitril, Butadien und Styrol. Es zeichnet sich durch eine hohe mechanische StabilitÀt, eine gute Haftung zwischen den gedruckten Schichten sowie eine geringe Verformbarkeit aus (Dias Goncalves et al. 2024).

PMMA ist aus der Totalprothetik seit 1935 (Synthese von MMA) bekannt und wird dort seit Jahrzehnten eingesetzt. Aus PMMA lassen sich mittels FFF sowohl Langzeitprovisorien (Gmeiner et al. 2026) als auch Totalprothesenbasen herstellen.

Hochtemperatur-Filamente (ĂŒber 300 °C)

PEEK, PAEK, PPSU → FĂŒr Funktionsprototypen, GerĂŒstteile, Kronen und BrĂŒcken, medizintechnische Bauteile

Hochtemperatur-Filamente haben sich in der Zahnheilkunde noch nicht durchgesetzt und werden klinisch noch nicht eingesetzt.

PEEK und PPSU gelten als biokompatibel, chemisch inert und zeichnen sich durch eine hohe Temperatur- und HydrolysebestĂ€ndigkeit aus. PEEK ist ein teilkristalliner Werkstoff, der sowohl amorphe als auch kristalline Bereiche aufweist, mit einem Schmelzpunkt von 343 °C. Diese Temperatur muss wĂ€hrend des Druckprozesses erreicht und konstant aufrechterhalten werden. Zudem ist eine prĂ€zise kontrollierte AbkĂŒhlung erforderlich, um einen möglichst hohen kristallinen Anteil auszubilden und damit optimale mechanische Eigenschaften zu erzielen (Prechtel et al. 2020a; Prechtel et al. 2020b). Im Gegensatz dazu ist PPSU vollstĂ€ndig amorph, sodass im 3D-Druck ein weniger anspruchsvoller AbkĂŒhlprozess erforderlich ist (Schönhoff et al. 2021; Schönhoff et al. 2022; Mayinger et al. 2023; Mayinger et al. 2024). FĂŒr beide Werkstoffe – PAEK/PEEK und PPSU – ist die Maß- und Passgenauigkeit der gedruckten Objekte fĂŒr dentale Anwendungen zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht ausreichend (Gmeiner et al. 2025).

Drucksysteme:

  • Niedrigtemperaturdrucker – TischgerĂ€te, kompakt, kostengĂŒnstig
  • Hochtemperaturdrucker – geschlossener, beheizter Bauraum (>130 °C), meist industriell

Aufbau, Extrudertypen, DĂŒsen- und Heizsysteme sowie QualitĂ€tskontrolle sind detailliert dargestellt in Teil III – Kapitel 1 und 2: Technologien & Systeme der Material Extrusion.

Keramische Anwendungen der Materialextrusion

Neben klassischen Thermoplasten werden auch polymerbasierte Filamente oder Pasten mit hohem anorganischem Keramikanteil, beispielsweise Zirkonoxid, eingesetzt (Cano et al. 2019). Mit steigendem Anteil an anorganischen Partikeln (Keramik) nehmen die mechanischen Eigenschaften der hergestellten Objekte zu (Nötzel et al. 2021). Diese polymerbasierten keramischen Materialien werden in der Fachliteratur als Feedstocks bezeichnet (Nötzel et al. 2021).

Die Feedstocks werden zu Filamenten extrudiert und enthalten in der Regel mehr als 50 Vol.-% Keramik, beispielsweise Zirkonoxid (Özden et al. 2021). Das Zirkonoxid-Filament wird im FFF-Druckprozess bei Temperaturen von etwa 190–230 °C schichtweise aufgetragen und erstarrt durch AbkĂŒhlung zu sogenannten GrĂŒnkörpern (Özden et al. 2021). Im Anschluss ist eine Entbinderung, entweder chemisch und/oder thermisch, erforderlich. Darauf folgt die Sinterung, wie sie auch aus der subtraktiven Herstellung keramischer Restaurationen bekannt ist. Zirkonoxid ist derzeit das am hĂ€ufigsten untersuchte keramische Material im FFF-Druck.

Diese Verfahren – meist unter den Bezeichnungen Keramik-FDM oder Robocasting gefĂŒhrt – befinden sich aktuell noch im Forschungsstadium, zeigen jedoch ein hohes Potenzial fĂŒr die Herstellung hochprĂ€ziser und ressourceneffizienter keramischer Restaurationen.

Die zugrundeliegenden Technologien und Workflows in Teil III – Kapitel 4: Werkstoffe & Anwendungen – Keramiken.

Anwendungen in der Zahnmedizin

Die Materialextrusion ist im dentalen Bereich noch relativ jung, gewinnt jedoch an Bedeutung – insbesondere fĂŒr:

  • Modelle (Diagnostik, Planung, Aligner)
  • Funktionslöffel und Basen fĂŒr Abformungen (individuell anpassbar im Wasserbad)
  • Bohrschablonen in der Implantologie
  • Provisorische Apparaturen (KFO, funktionsdiagnostische Hilfen)
  • Laborequipment (Haltesysteme, Vorrichtungen, Modelle mit StĂŒtzstrukturen)
  • TemporĂ€re Restaurationen

In Pilotstudien wurde FFF auch fĂŒr Kronen- und BrĂŒckengerĂŒste aus Hochleistungspolymeren (z. B. PPSU, PEEK) getestet – mit ersten positiven mechanischen Ergebnissen (Mayinger et al. 2024). Ein bedeutendes Anwendungsgebiet sowohl in der KieferorthopĂ€die als auch in der allgemeinen Zahnarztpraxis ist die Modellherstellung als sinnvolle Alternative zu klassischen Gipsmodellen (Krey et al. 2022). Der FFF-Druck eignet sich insbesondere zur Herstellung von Modellen fĂŒr die Alignerproduktion, da diese beim Tiefziehen – abhĂ€ngig von Temperatur und FolienstĂ€rke – keine Verformungen zeigen (LĂŒmkemann et al. 2023). Dabei sind jedoch die vom Hersteller vorgegebenen Druckparameter einzuhalten.

Hinsichtlich der Genauigkeit wurde gezeigt, dass bei FFF-gefertigten Modellen Abweichungen oberhalb des akzeptablen Bereichs von 120 ”m auftreten können. Entsprechend wurde bislang keine klare Empfehlung fĂŒr den Einsatz solcher Modelle als Meistermodelle zur definitiven Zahnersatzherstellung ausgesprochen (Nemeth et al. 2023).

Neben der Modellherstellung können individuelle Funktionslöffel und Bissschablonen fĂŒr die Herstellung von Totalprothesen mittels FFF gefertigt werden (LĂŒchtenborg et al. 2021). FĂŒr die Basisplattenherstellung kann ein temperaturempfindlicheres Filamentmaterial eingesetzt werden, das nach dem Druck im Wasserbad erhitzt und zur Individualisierung im Patientenmund verwendet werden kann.

Auch individuelle Abformlöffel nach Implantation oder nach erfolgter PrĂ€paration lassen sich mittels FFF herstellen und stellen eine Alternative zu konfektionierten Abformlöffeln dar (Rues et al. 2024). Bei Bohrschablonen in der Implantologie spielen neben wirtschaftlichen Aspekten insbesondere Detailtreue, Sterilisierbarkeit und BiokompatibilitĂ€t eine entscheidende Rolle (Rues et al. 2024). FFF-gefertigte Schablonen zeigen bei der Implantatinsertion eine vergleichbare Genauigkeit zu SLA-gefertigten Schablonen, sind jedoch kostengĂŒnstiger und zeiteffizienter (Pieralli et al. 2020). Neuere Untersuchungen weisen allerdings darauf hin, dass DLP-gefertigte Schablonen eine höhere Genauigkeit aufweisen als solche aus dem FFF-Druck (Schulz et al. 2025).

Eine weitere Anwendung des FFF-Drucks wurde fĂŒr klammerfreie Interimsprothesen bei kleinen LĂŒcken und kurzer Verweildauer aus Polyamidfilamenten beschrieben (Spintzyk et al. 2021). Aufgrund der spezifischen Materialeigenschaften ist in diesem Zusammenhang jedoch die Polierbarkeit eingeschrĂ€nkt.

Ein weiteres Anwendungsfeld ist die Herstellung von Übungsmodellen fĂŒr den studentischen Ausbildungs- und Weiterbildungsbereich, die eine flexible und kosteneffiziente Alternative zu konventionellen Lehrmodellen darstellen (Krey et al. 2022; Schulz et al. 2025).

Vorteile und Chancen

  • Einfacher, sicherer Prozess: kein flĂŒssiges Harz, keine chemische Reinigung
  • Kein NachhĂ€rten nötig – direkt verwendbare Druckobjekte
  • Hohe Materialeffizienz – kaum Abfall, kein Lösungsmittel
  • KostengĂŒnstig: Drucker ab 500 €, Filamentrollen 30–150 €
  • Ökologischer Vorteil: PLA & PET-G sind biologisch abbaubar bzw. recycelbar
  • Gute Arbeitssicherheit: keine DĂ€mpfe toxischer Monomere

FFF gilt damit als ressourcenschonende und wirtschaftliche ErgÀnzung zu den harzbasierten Verfahren (Gmeiner et al. 2025).

Grenzen und Risiken

  • Genauigkeit: Maßabweichungen können 100–200 ”m betragen – nicht geeignet als Meistermodell fĂŒr definitive Prothetik (Gmeiner et al. 2025).
  • Schichtlinien und Anisotropie: Senkrechte Schichtorientierung fĂŒhrt zu geringerer Biege- und Zugfestigkeit.
  • OberflĂ€chenqualitĂ€t: Raue, sichtbare Schichtstrukturen; Nachbearbeitung durch Schleifen oder Beschichtung nötig.
  • Begrenzte Farboptionen und Ästhetik: FĂŒr finale Versorgungen nur bedingt geeignet.
  • TemperaturabhĂ€ngigkeit: DimensionsĂ€nderungen durch Temperaturschwankungen (insbesondere PLA).

Prozessparameter und deren Einfluss

Der FFF-Prozess ist parameterabhĂ€ngig. Kleine Änderungen beeinflussen PrĂ€zision, Haftung, Festigkeit und Verzug. Der Anwender muss sich intensiv mit den Druckparametern auseinandersetzen. Ein wesentlicher Parameter ist die kontrollierte AbkĂŒhlung der aufgetragenen Schicht wĂ€hrend des Druckprozesses sowie die Temperatur im Drucker und die Aufrechterhaltung einer konstanten Temperatur wĂ€hrend des gesamten Druckvorgangs (Gmeiner et al. 2025). Außerdem ist die exakte Nivellierung des Druckbettes fĂŒr eine gute PrĂ€zision und Reproduzierbarkeit unerlĂ€sslich.

DarĂŒber hinaus können wĂ€hrend des Druckprozesses verschiedene Effekte und Herausforderungen auftreten:

  • Warping: Verformungen durch thermische Schrumpfung und daraus resultierende innere Spannungen.
  • Geringe Haftung auf dem Druckbett, insbesondere bei unzureichender Haftvermittlung oder ungeeigneten Druckbettparametern.
  • Stringing: Bildung dĂŒnner KunststofffĂ€den, die entstehen, wenn flĂŒssiges Filament wĂ€hrend der Bewegung des Druckkopfes nachlĂ€uft (Krey et al. 2022).
  • Der DĂŒsendurchmesser muss strikt auf die Druckgeschwindigkeit abgestimmt sein, da andernfalls PrĂ€zision und Reproduzierbarkeit negativ beeinflusst werden.
  • Die Druckrichtung kann die QualitĂ€t des gedruckten Objekts ebenfalls negativ beeinflussen.
  • Extrusionsdruck und DĂŒsendurchmesser (0,15–0,6 mm) wirken sich auf die mechanische StabilitĂ€t des Objekts aus (Moby et al. 2022).
  • Die Infill-Strategie kann zwischen 0 % (hohl) und 100 % variieren und beeinflusst maßgeblich die StabilitĂ€t des Objekts (Surlybayev et al. 2021).
  • Extrusionstemperatur, SchichtstĂ€rke und Druckgeschwindigkeit haben einen direkten Einfluss auf die QualitĂ€t der gedruckten Objekte (Sonaye et al. 2022; Wang et al. 2021).
  • Die OberflĂ€chengĂŒte lĂ€sst sich durch die gewĂ€hlte SchichtstĂ€rke sowie durch die Bauteilorientierung wĂ€hrend des Drucks gezielt beeinflussen (Wang et al. 2021).
ParameterEinfluss
SchichtdickeDĂŒnnere Schichten → höhere Detailtreue, lĂ€ngere Druckzeit. Zu dick → geringere PrĂ€zision, Delamination.
DĂŒsendurchmesserIdeal: Schichtdicke ≀ œ DĂŒsen-Ø (z. B. 0,2 mm Layer bei 0,4 mm DĂŒse).
DruckrichtungHorizontal gedruckte Proben: höhere Biegefestigkeit, geringerer Verzug.
Extrusionstemperatur & DruckbettwÀrmeOptimieren Haftung, verhindern Warping.
FĂŒllgrad (Infill %)100 % fĂŒr Funktionsbauteile, 30–50 % ausreichend fĂŒr Modelle.
KĂŒhlung / LĂŒfterStarke KĂŒhlung = weniger Verzug, aber Haftungsprobleme.

Parameter-Optimierung, Sensorik und Standardisierung nach ISO-Normen findest du in Teil III – Kapitel 1.8 und 2.2: Sensorik und Validierungsprotokolle.

Maßhaltigkeit und Genauigkeit

Eine Metaanalyse von elf Studien zur FFF-ModellprÀzision zeigt:

  • Gesamtabweichungen: Ø ≈ 190 ”m (Grenze fĂŒr prothetische Meistermodelle: ≀ 120 ”m)
  • PrĂ€zision bei Schichtdicke > 50 ”m: ≈ 74 ”m
  • Richtigkeit (Trueness): ≈ 169 ”m (Nemeth et al. 2023)

Damit ist FFF fĂŒr Diagnostik-, Aligner- und Studienmodelle sehr gut geeignet.

Praxisbeispiele

Alignerherstellung

FFF-Modelle eignen sich fĂŒr das Tiefziehen von Alignerfolien; bei 0,5 mm FolienstĂ€rke zeigen sie keine relevanten Deformationen, wenn Druckparameter prĂ€zise eingehalten werden. Wichtig: glatte SchichtoberflĂ€che und ausreichende Betthaftung (LĂŒmkemann et al. 2023).

Bohrschablonen

Studien zeigen vergleichbare Insertionsgenauigkeiten zu SLA-gedruckten Schablonen bei deutlich geringeren Kosten und kĂŒrzerer Produktionszeit (Gmeiner et al. 2025).

Individuelle Abformlöffel

FFF-Löffel aus thermosensitivem Filament (z. B. Modellanpassung im 60 °C-Wasserbad) – geringes Risiko fĂŒr Bruch, gute Reproduzierbarkeit.

Mechanische Eigenschaften

Die mechanische Performance hÀngt stark von Material, Schichtaufbau und Druckstrategie ab:

  • SchichtstĂ€rke: 0,1 mm → teils höhere Biegefestigkeit als 0,3 mm (Sonaye et al. 2022).
  • Eine gut ausgewĂ€hlte Kombination aus DĂŒsendurchmesser, DĂŒsentemperatur, Druckbetttemperatur, Druckraumtemperatur und Druckgeschwindigkeit ist fĂŒr die StabilitĂ€t des Objektes entscheidend (Wang et al. 2021; Sonaye et al. 2022).
  • Orientierung: Horizontal gedruckte Objekte: bis zu 20 % höhere Biege- und Zugfestigkeitswerte.

Nachhaltigkeit und Arbeitssicherheit

Ein großer Vorteil der FFF-Technologie liegt im umwelt- und anwenderfreundlichen Prozess:

  • Kein Harz, keine Lösungsmittel → kein Gefahrstoffhandling
  • Geringer Energieverbrauch
  • PLA ist biobasiert und CO₂-neutral herstellbar
  • DruckabfĂ€lle sind recycelbar
  • GerĂ€uschemission und Geruchsbelastung sehr gering

Umweltrelevante Aspekte und MaterialkreislĂ€ufe werden in Teil VI – Kapitel 3: QualitĂ€t & Sicherheit – BiokompatibilitĂ€t, MDR und Arbeitsschutz vertieft.

Perspektive: Hochleistungspolymere und hybride Anwendungen

Die Kombination aus Hochtemperaturfilamenten (PEEK, PPSU) und prÀzisionsoptimierten Druckstrategien ermöglicht perspektivisch:

  • langlebige festsitzende Restaurationen,
  • Provisorien mit hohem ElastizitĂ€tsmodul,
  • gerĂŒstfreie CAD/AM-Komponenten in der KFO und Implantologie.

DarĂŒber hinaus entstehen erste Hybrid-Workflows, bei denen FFF fĂŒr stabile Basen verwendet und kritische Zonen nachtrĂ€glich mit lichthĂ€rtenden Materialien ĂŒberdruckt werden – ein Schritt in Richtung multimaterialer additiver Fertigung.

KurzĂŒberblick

VorteileHerausforderungen
✅ KostengĂŒnstig, sicher, lösemittelfrei⚠ PrĂ€zision < 120 ”m schwer erreichbar
✅ Kein Postprocessing bei polymerbasierten Materialien nötig⚠ Sichtbare Schichtlinien
✅ Nachhaltig, umweltfreundlich⚠ Mechanisch anisotrop (Schichtorientierung)
✅ Vielseitig fĂŒr Modelle & Schablonen⚠ Hochleistungspolymere erfordern teure GerĂ€te

Werkstoff- und Workflow-spezifische Strategien zur MaßstabilitĂ€t werden in Teil III – Kapitel 3 und 4: Werkstoffe & Anwendungen – Thermoplaste und Keramiken erlĂ€utert.

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